80 Jahre Blindenapostolat

Am Samstag, 7. November 2015, feierte das Wiener Blindenapostolat in der Konzilsgedächtniskirche in Lainz sein 80-jähriges Bestehen.

Mit einem Sektempfang in der Cafeteria des Kardinal König-Hauses begann unsere Jubiläumsfeier. Unsere Gäste - es waren gegen 80 Personen - unterhielten sich sehr angeregt. Bevor die Festrede von Universitätsprofessor Dr. Paul M. Zulehner in der Kirche begann, begrüßte Frau Irmgard Uhl, Leiterin des Blindenapostolates Wien, die Festgäste.

Dr. Paul M. Zulehner begann seine Rede mit dem Apostel Thomas, indem er recht launig diesen Jünger Jesu beschrieb, dem Zweifler, der um an die Auferstehung des Herrn glauben zu können, Jesus sehen und seine Wunden berühren müsse.

Jesus sagte: „Selig die nicht sehen und doch glauben“. Dr. Zulehner betrachtete nun die Begriffe sehen, tasten, berühren, wünschen, ansehen und leitet über zum Brief des Apostel Paulus an die Gemeinde in Ephesus: „Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid, welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt.“

Die tröstlichen Schlussworte des Vortrages nahm Prof. Zuhlehner aus dem 1. Johannesbrief, Hoffnung für uns alle, ob wir nun sehend oder blind sind: „Aber was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden. Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.“ und wir werden erkennen, zu welch einem Wunder uns Gott erschaffen, im Lauf unseres Lebens geformt und im Feuer seiner heilenden Liebe vollendet hat.

 

 

Nach dem Vortrag feierten wir nun die festliche Heilige Messe zelebriert von Herrn Weihbischof DDr. Helmut Krätzl, Dr. Ignaz Hochholzer, Oberarzt bei den Barmherzigen Brüder, Franz Lindorfer, Seelsorger der Blindenpastorale Oberösterreich und Pater Alfred Zainzinger, Gehörlosenseelsorger der kategorialen Seelsorge der Erzdiözese Wien. Drei Ministranten und Heinz Kellner versahen den Dienst am Altar.

 

 

Bei der emotional gehaltenen Predigt des Herrn Weihbischof Dr. Krätzl, gab er seiner Freude Ausdruck mit dem Blindenapostolat die Jubiläumsmesse feiern zu können, feierte er doch schon oft Firmungen mit den blinden Firmlingen im Blindeninstitut oder manchen Festgottesdienst mit dem Blindenapostolat. In seiner Predigt forderte er das Blindenapostolat auf, im kirchlichen Bereich sich einzubringen, um blinden Menschen den richtigen Weg zu zeigen und andererseits sollen wir mit unseren Erfahrungen befruchtend auf die Seelsorge der Kirche wirken. wo immer wir uns befinden, den sehenden Menschen ihre blinden Augen und blinden Herzen zu öffnen helfen und sie zu Jesus Christus zu führen.

Bei der Gabenbereitung brachten wir zu Brot und Wein unseren wichtigsten „Begleiter“, den Blindenstock und ein Gotteslob zum Altar.

Ein besonderer Moment war die Überreichung des Stephanusordens an Herrn Leonhard Gachowetz. Im Namen von Herrn Kardinal Christoph Schönborn überreichte Weihbischof Krätzl ihm diese besondere Auszeichnung. Zugleich konnten wir verkünden, dass Herr Dr. Ignaz Hochholzer vom Herrn Kardinal zum Blindenseelsorger bestellt wurde. Musikalisch wurde unsere festliche Heilige Messe von den schön vorgetragenen Chorstücken des „Michaels Kammerchor“ begleitet. Mit einem klangvollen „Großer Gott wir loben Dich “ endete unser Gottesdienst.

Nun luden wir unsere Gäste zum Abendessen ins Kardinal-König-Haus ein. Dort überbrachten die diözesanen Blindenapostolatsleiter auch ihre Segenswünsche und Geschenke an das Blindenapostolat Wien. Das Blindenapostolat Österreich übernahm als Geschenk die Kosten des Sektempfanges, Oberösterreich brachte eine Kerze mit der Aufschrift „Gott sei mit euch“ und einem großen 80er versehen, Burgenland ein modern gestaltetes Kreuz aus buntem Glas mit dem auferstandenen Herr, Vorarlberg überbrachte 80 „Schockli“, damit die Teamsitzungen mit Energie geführt werden können und Tirol brachte eine Brettljause mit Tiroler Würstl für die Agape zum nächsten Monatsgottesdienst.

Nach dem Abendessen und bei einem Glas Wein saßen wir noch gemütlich beisammen, führten intensive Gespräche über die Zukunft des Blindenapostolates, über Apostel und Apostelinnen, über Inklusion und Barrierefreiheit und dachten mit Dankbarkeit an die Gründer des Blindenapostolates an Erich Indrase und Prälat Rudolf. So fand unser Fest einen schönen, harmonischen Ausklang.